Gegneranalyse Southampton FC – Spiel Eins nach Rauswurf Hasenhüttl

Am Samstagnachmittag empfängt er Liverpool FC im letzten Spiel vor der WM-Pause den Southampton FC. Unsere Gegneranalyse.

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Und wieder einmal müssen die Reds gegen einen Verein antreten, der gerade seinen Trainer gewechselt hat. Die über vier Jahre dauernde Amtszeit von Ralph Hasenhüttl (55) ist nach zuletzt schlechten Ergebnissen und noch schlechterer Stimmung – angeblich aufgrund der bei den Spielern nicht gut ankommenden Art des Österreichers in der täglichen Arbeit – beendet worden. Und das, nachdem er im Sommer erstmals in seiner Amtszeit richtig in den Kader investieren durfte.

Erneut hauptsächlich Talente verpflichtet

Satte 80 Millionen Euro stellte der neue Besitzer Dragan Solak (78), ein serbischer Milliardär, dem Verein im Sommer für Transfers zur Verfügung. Solak hat die Vision, die Saints als Kopf eines ähnlichen Konstrukts wie dem von Red Bull mit mehreren Schwestervereinen auf der ganzen Welt und guter Nachwuchsförderung aufzubauen. Entsprechend wurde das Geld vorrangig in Talente investiert.

Das Durchschnittsalter der neun fest verpflichteten Spieler liegt bei 21 Jahren. Die drei ältesten Spieler sind allesamt 25 Jahre. Ersatzkeeper Mateusz Lis (25) kam ablösefrei aus der Türkei, Mittelfeldmann Joe Aribo (25) für 7,1 Millionen von den Galsgow Rangers und Innenverteidiger Duje Caleta-Car (25) für 8 Millionen aus Marseille. Alle anderen Neuzugänge sind 20 oder jünger, die meisten kamen aus der Jugend von Manchester City.

Keeper Gavin Bazunu (20), Sechser Romeo Lavia (18), Linksverteidiger Juan Larios (18) und Flügelstürmer Samuel Edozie (19) kosteten zusammen 42 Millionen. Keiner von ihnen konnte sich bei City in der ersten Mannschaft nennenswert Spielzeit erarbeiten. Trotzdem gelten sie allesamt als große Talente. Bazunu ist Stammkeeper der irischen Nationalmannschaft, Lavia könnte in Belgiens WM-Kader stehen. Aus diesem Grund baute City bei allen vier Talenten eine Rückkaufoption ein.

Die anderen beiden Neuzugänge sind der deutsche Innenverteidiger Armel Bella-Kotchap (20), der für 10 Millionen aus Bochum kam, und Stürmer Sekou Mara (19). Den Franzosen verpflichteten die Saints für 13 Millionen von Bordeaux. Dazu kam Ainslay Maitland-Niles (25) per Leihe vom Arsenal FC.

Auf der Abgangsseite ging es vor allem darum, Gehaltskosten einzusparen. So nahmen die Saints keinen einzigen Cent an Ablösen ein. Dennoch verließen einige namhafte und in den letzten Jahren wichtige Spieler den Verein. Flügelspieler Nathan Redmond (28, Besiktas), Keeper Fraser Forster (34, Tottenham) und Stürmer Shane Long (35, Reading FC) wechselten ablösefrei. Die beiden Innenverteidiger Jan Bednarek (26, Aston Villa) und Jack Stephens (28, AFC Bournemouth) sowie Sechser Oriol Romeu (30, FC Girona) sind zunächst verliehen.

Wie wird man spielen?

Aufgrund der Entlassung von Hasenhüttl ist nahezu unmöglich vorauszusehen, wie die Saints taktisch unterwegs sein werden. Sein Nachfolger, Nathan Jones (49) von Zweitligist Luton Town, ist zwar schon bekannt gegeben worden. Doch der Waliser wird in der kurzen Zeit noch nicht seine Spielidee implementieren können. Hasenhüttl hat in dieser Saison versucht, dem Team einen etwas spielerischen Ansatz mit an die Hand zu geben, nachdem man in den letzten Jahren vor allem durch intensives Pressing bestochen hatte. Ob Southampton auch gegen die Reds versuchen werden, proaktiv den Ballbesitz für sich zu beanspruchen, darf jedoch bezweifelt werden.

Armel Bella-Kotchap – Der beste deutsche Innenverteidiger?

Wie bereits geschrieben kam Bella-Kotchap im Sommer für zehn Millionen Euro aus Bochum nach Southampton. Bereits seit einiger Zeit gilt der Innenverteidiger als das vielleicht größte deutsche Talent auf seiner Position. In der einen Bundesliga-Saison beim VfL waren seine Leistungen noch sehr durchwachsen. Dazu fiel er immer wieder mit Disziplinlosigkeiten auf, es kam mehrfach vor, dass Bella-Kotchap aufgrund von Verfehlungen kurzfristig aus der Startelf der Bochumer gestrichen wurde.

Seit seinem Wechsel an die englische Südküste zeigt er sich jedoch von einer gänzlich anderen Seite. Bella-Kotchap legt aktuell eine derart steile Entwicklung hin, dass man  durchaus dafür argumentieren kann, dass er in dieser Saison der beste deutsche Innenverteidiger ist. Bella-Kotchap ist bisher eher ein Innenverteidiger der alten Schule. Im Zweikampf ist er ein wahres Monster, dazu ist er unfassbar schnell. In der Luft ist er kaum zu schlagen. Im Spielaufbau hingegen hat der junge Deutsche noch seine Schwächen. Doch auch hier wurde er in den letzten Monaten stärker. Geht seine Entwicklung so weiter, wird spätestens nach der Weltmeisterschaft kein Weg mehr an ihm vorbei führen als Stammspieler beim DfB. Und auch ein Wechsel zu einem Topteam könnte bereits im kommenden Sommer anstehen.

Zurecht auf einem Abstiegsplatz

Nach einem ordentlichen Saisonstart (sieben Punkte nach fünf Spielen, unter anderem ein Sieg gegen den Chelsea FC) ging in den letzten Wochen bei den Saints fast gar nichts mehr. Nur einen Sieg und fünf Punkte holte man in den vergangenen neun Spielen. Dabei waren auch durchaus ordentliche Spiele dabei wie beim 1:1 gegen Arsenal. Aber insgesamt war die Leistung Southamptons schon sehr dünn. Entsprechend wurde die Mannschaft berechtigterweise bis auf Platz 18 und damit auf einen Abstiegsplatz durchgereicht.

Prognose

Wie gesagt, eine Prognose fällt extrem schwer. Wahrscheinlich wird der LFC auf einen sehr defensiven Gegner treffen, der sein Heil vor allem nach Standards suchen wird. Mit James Ward-Prowse (28) hat man in dieser Beziehung einen der besten Spieler der Liga in seinen Reihen.

Lukas Heigl / (Photo by Clive Rose/Getty Images)

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